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25. Januar 2012   Themen - Atom und Energie

Presseerklärung 25.01.12

DIE LINKE: Röttgens Endlagerverfahren führt zu Gorleben

DIE LINKE im Niedersächsischen Landtag kritisierte heute das Verfahren zur Endlagersuche von Bundesumweltminister Norbert Röttgen. „Ein Verfahren, dass aus den Fehlern der Vergangenheit nicht nur gelernt hat, sondern sie auch korrigiert, kann Gorleben nicht im Topf der Endlagerstandorte lassen“, sagte der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Kurt Herzog. Gorleben sei 1977 ohne wissenschaftliche Expertise autokratisch „von oben“ festgelegt worden. In der Folge sei das Bergwerk im Gorlebener Salzstock trotz der sich häufenden geologischen k.o.-Mängel immer weiter endlagerfähig ausgebaut worden. Der massive Widerstand aus der Region sei mit Polizeimaßnahmen bekämpft worden. Ebenso wenig würde die Tatsache beachtet, dass im Kreistag Lüchow-Dannenberg mittlerweile mindestens 75% Gorlebengegner sitzen und alle paar Monate Stellungnahmen gegen die Atomanlagen in Gorleben beschlossen würden. „Wenn man für die Zukunft in einem Auswahlverfahren auf Beteiligung der betroffenen Bevölkerung setzt, dann ist in Gorleben das genaue Gegenteil gemacht worden. Das ist nicht zu heilen“, so Herzog weiter.

Zudem sei durchschaubar, dass Röttgen mit einer neuer Institution das bisher zuständige Bundesamt für Strahlenschutz entmachten wolle. Auch eine begleitende Ethikkommission sei kein Allheilmittel, sagte Herzog, wenn ihr Zusammensetzung ähnlich erfolge wie die hanebüchene Auswahl entscheidender Personen im Bundesumweltministerium durch Röttgen. „Wer die absoluten Atomverfechter Hennenhöfer und Thomauske für die Beendigung der Atomenergienutzung auswählt, kann auch einen Veganer als Bundesgeschäftsführer der Fleischindustrie einsetzen.“

 
12. Januar 2012   Themen - Atom und Energie

Atomare Zwischenlager durch Mauern nicht schützbar gegen Angriffe

Presseerkärung 12.01.12

Herzog (DIE LINKE): Atomare Zwischenlager durch Mauern nicht schützbar gegen Angriffe

Der Landtagsabgeordnete Kurt Herzog (DIE LINKE) kritisierte heute den Zickzackkurs des Bundesumweltministeriums  (BMU) bei den Sicherheitsmaßnahmen für atomare Zwischenlager. „Nach 2001 wurde seitens Bundfesamt für Strahlenschutz (BfS) und BMU immer wieder behauptet, das Gorlebener Zwischenlager sei sicher gegen gezielte terroristische Angriffe. Nach Fukushima erklärte BMU im April 2011, alle Atomanlagen sollten einem Stresstest unterzogen werden. Gleichzeitig schrieb das BMU an den Lüchow-Dannenberger Landrat, das Gorlebener Lager sei sicher. Wiederum gleichzeitig veranlaßte das dem BMU unterstehende BfS klammheimlich Umstellmaßnahmen für die Castorbehälter im Lager wegen terroristischer Gefahren. Und jetzt soll eine Zusatzmauer die Sache richten. Konfuser und intransparenter geht’s nicht mehr“, sagte Herzog. Die betroffene Bevölkerung und der kritische Teil der Politik seien bewußt immer wieder in die Irre geführt worden. Herzog erinnerte daran, dass er schon im vergangenen Jahr immer wieder auf diese Widersprüche hingewiesen habe, aber auch die Niedersächsische Atomaufsicht, das Niedersächsische Umweltministerium (NMU) habe immer wieder abgewunken.

„Und genauso geht es weiter. Es ist doch absurd, im Zeitalter zielgenauer Lenkwaffen mit einer simplen Mauer, die oben offen bleibt, ein Lager im einem Inhalt von zig mal Hiroshima sicher machen zu wollen“, so Herzog weiter. Zudem zeige man diese Waffensysteme immer wieder sogar im Einsatz im Fernsehen und verweigere der Öffentlichkeit sämtliche Informationen mit der Ansage, alles unterliege der staatlichen Geheimhaltung. Herzog kündigte an, sämtliche neuen Bauwerke genauestens unter die Lupe nehmen zu wollen, um deren Wirksamkeit gegenüber terroristischen Angriffs-Szenarien zu überprüfen.

 
11. Januar 2012   Themen - Atom und Energie

Gronau-Atommüll nach Gorleben?

Presseerklärung 11.01.2012
Herzog (DIE LINKE): Gronau-Atommüll nach Gorleben?

Der Landtagsabgeordnete Kurt Herzog (DIE LINKE) sieht sich nach einer Antwort der Nordrheinwestfälischen Landesregierung auf eine Anfrage der dortigen Linksfraktion bestätigt, dass atomarer Abfall aus der Urananlage Gronau letztlich in Gorleben landen könnte. „Aus der Antwort geht hervor, dass der Entsorgungsnachweis für Gronau noch an das so genannte Ein-Endlagerprinzip geknüpft ist. D.h., alle Sorten Atommüll sollten in einem Endlager gelagert werden. Dieses Prinzip wurde aber mit der Genehmigung des Endlagers Schacht Konrad in Salzgitter aufgegeben,“  sagte Herzog. Die NRW-Landesregierung habe weiterhin ausgeführt: „....Dennoch wäre eine Endlagerung großer Mengen von Uran im zukünftigen Endlager Konrad nach dessen derzeitigen Endlagerungsbedingungen aus wasserrechtlichen Gründen nicht zulässig.“  Es zeige sich hiermit die absolute Planlosigkeit der zuständigen Behörden und politisch Entscheidenden, so Herzog weiter. Genauso wie man bisher nicht wisse, wohin mit dem rückgeholten Assemüll, bestehe die gleiche Ungewissheit für den Gronaumüll. „Immer mehr wird deutlich, dass die Begehrlichkeit auf die Anlagen in Gorleben – Konditionierungsanlage zum Verpacken und Zwischenlager zur Aufbewahrung – wachsen. Aber noch mehr steigt der Druck auf die Nutzung des Gorlebener Salzstocks. Entweder als Gesamtendlager für schwach-, mittel- und hoch radioaktiven Atommüll, d.h. für alles, was in Schacht Konrad nicht gelagert werden könnte, oder auch nur für nicht konradgängigen schwach- und mittelaktiven Atommüll. Deshalb ist klar, warum Gorleben unbedingt im Standort-Topf bleiben soll“, so Herzog.

Er erneuerte seine Forderung nach einer transparenten Analyse und Darstellung aller anfallenden Atommüllarten, - mengen und volumina. Die Zeit der Nacht- und Nebelentscheidungen müsse vorbei sein.

 
10. Januar 2012   Themen - Atom und Energie

Presseerklärung 10.01.2012

 

Presseerklärung 10.01.2012
Herzog (DIE LINKE): Röttgen will Gorleben „gesundbohren“

Der Landtagsabgeordnete Kurt Herzog (DIE LINKE) kritisierte heute den wiederholten Versuch von Bundesumweltminister Norbert Röttgen, den Salzstock Gorleben „gesundzubohren“. „Er und sein Ministerium weigern sich einfach weiter, sich mit den vorhandenen Erkenntnissen über die k.o.-Mängel des Salzstocks Gorleben-Rambow auch nur zu beschäftigen“, sagte Herzog. Stattdessen schöbe er neue Bohrer ins Rohr, um vermeintlichen Gaseinschlüssen auf die Spur zu kommen. Das werde nicht anders ausgehen als bisher, solle aber Gorleben weiter als „aktiven“ Endlagerstandort im Topf lassen. Röttgen selbst interpretiere offenbar einen vollständigen Baustopp, der diesen Namen auch verdiene, als eine Abkehr von Gorleben. „Diesen Eindruck will er unbedingt vermeiden,“ ist sich Herzog sicher.

Dass er keine weiteren endlagerfähigen Tunnelstrecken auffahren lassen wolle, zeuge zudem davon, dass die vorgesehenen sehr eingeschränkten Möglichkeiten im neuen Erkundungsbereich (EB) 3 keinen besonderen Erkenntniszugewinn brächten. „Die Grundstückslage steht dem entgegen“, so Herzog weiter. Er vermutete, dass außerdem die von Röttgen angestrebte „Vorläufige Sicherheitsanalyse Gorleben“ (VSG) den EB 3 nicht umfassen könne, weil der nicht rechtzeitig aufgefahren werden könne. „Das wäre dann wieder ein Faktor mehr, die VSG doch nicht so wie Röttgen will vor der Bundestagswahl 2013 in trockenen Tüchern zu haben.“

Herzog forderte nochmals eindringlich, den Standort unverzüglich komplett aufzugeben und mit einer öffentliche Debatte über Endlagerverfahren bei null anzufangen. „Das Dilemma wird immer größer: Wohin mit dem Assemüll, wohin mit den hoch radioaktiven AVR-Kugeln aus Jülich, wo verpacken, wo zwischenlagern. Für all das wird wieder hilflos nach Gorleben geschielt, nur aussprechen traut es in BMU, BfS und NMU niemand. Das ist der Skandal.“

 

 
08. Dezember 2011   Themen - Atom und Energie

Presseerklärung 29.11.11

Herzog (DIE LINKE): Castor-Transport schottert die Demokratie

Der Landtagsabgeordnete Kurt Herzog (DIE LINKE) zeigte sich sehr angetan vom kreativen, ausdauernden Protest gegen den Castortransport 2011. „Verloren haben die politisch Verantwortlichen, die Behörden und die Polizeileitung. Bauern, Schüler und zig-tausende Menschen haben gezeigt, dass sie sich nicht von falschen Versprechungen einlullen lassen, während die operative Staatsgewalt im alten Trott weitermacht“, sagte Herzog, nachdem die 11 Castorbehälter Gorleben erreicht hatten.

Die immer wieder seitens der Polizei hervorgehobenen Auswüchse während des Transports änderten nichts an der Tatsache, dass die Ursache und Anlass für die Proteste die verfehlte und verlogene Atompolitik von Jahrzehnten sei und ohne die Proteste der vielen Jahre den vielen Fehlentscheidungen insbesondere in der Endlagerfrage weitere hinzugefügt worden wären. „Die AtomkraftgegnerInnen verdienen dafür das Bundesverdienstkreuz.“

Herzog wies darauf hin, dass alle beteiligten Genehmigungsbehörden sich rechtswidrig darüber hinweggesetzt hätten, dass in das Zwischenlager Gorleben wegen Strahlen-Grenzwertüberschreitungen nicht weiter hätte eingelagert werden dürfen. Dafür sprächen auch die neuesten Berechnungen der Staatsanwaltschaft Lüneburg, die im Zusammenhang mit der Greenpeace-Klage gegen den Niedersächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander einen Strahlenwert deutlich über dem so genannten Eingreifswert ermittelt hatten.

Herzog kritisierte auch diverse Polizeimaßnahmen. „Im Harlinger Kessel wurden wieder über 1000 Menschen wie Vieh eingepfercht und das, obwohl ein Richter die Rechtswidrigkeit festgestellt hatte. Bei der Pyramidenblockade der Bauern ist es nur mit Glück gelungen, die Angeketteten nach falschen Maßnahmen der Polizei heil aus dem Beton zu kriegen. Und bei der Räumung der absolut friedlichen Sitzblockade von „X-1000mal Quer“ vor Gorleben wandten die Einsatzkräfte das bekannte Gewaltpotenzial an: Griffe in Augen und am Hals, Handverdrehen, Gaseinsatz. Personen wurden teilweise einfach über Absperrgitter geworfen.“

Der Widerstand gegen Atomanlagen, havarierende Endlager, einen Standort Gorleben und Atom-Transporte zeigte sich stärker denn je, so Herzog. „Wir werden weiter arbeiten, solidarisch zusammen, Parlament und Straße, solange, bis der Spuk unumkehrbar zuende ist.“

 
05. Dezember 2011   Themen - Atom und Energie

Danke an Alle, die dabei waren!

25.500 Menschen gegen Castor auf den Beinen: Mit eindrucksvollen Blockade-Aktionen und einer Großdemo in Dannenberg haben sich Zehntausende dem Castor-Transport nach Gorleben entgegengestellt. Danke!

 

 
28. November 2011   Themen - Atom und Energie

Polizeieinsatz gegen Castor-Gegner überzogen – Fraktion fordert Unterrichtung über Polizeieinsatz im Innenausschuss

Die innenpolitische Sprecherin der Partei DIE LINKE, Pia Zimmermann, hat den Polizeieinsatz beim Castortransport als „unverhältnismäßig“ und „überzogen“ bezeichnet. „Das Demonstrationsrecht wird im Wendland mit Knüppeln, Pfefferspray und Wasserwerfern außer Kraft gesetzt“, sagte Zimmermann. Bereits am Samstag habe das Vorgehen der Beamten zahlreiche Verletzte gefordert; so habe sie selbst beobachtet, wie ein Demonstrant von einem Polizeipferd zu Boden gerissen worden sei. Zudem hätten die Polizisten Spezial-Handschuhe mit Protektoren getragen. „Die Regierung will ihre gescheiterte Atompolitik offenbar mit Gewalt durchzusetzen - und nimmt dabei auf die Gesundheit der Aktivisten keine Rücksicht.“ Außerdem habe die Polizei am Sonntag 1.300 Menschen über Stunden in einem Kessel bei Harlingen festgehalten. „Die Protestierenden wurden unrechtmäßig festgesetzt. Eine solche Vorgehensweise muss Konsequenzen haben“, sagte Zimmermann. Sie forderte eine Unterrichtung des Innenministers über den Polizeieinsatz im Innenausschuss.

Kurt Herzog, der umweltpolitische Sprecher der Linksfraktion, lobte das Engagement der Castorgegner: „Der Mut, der Einfallsreichtum und das Durchhaltevermögen der Demonstranten sind beeindruckend. Sie haben Blockaden errichtet, sich an die Schienen gekettet und trotz der Polizeigewalt weiter demonstriert“, so Herzog. Schon jetzt hätten die Blockaden dafür gesorgt, dass dieser Castor länger unterwegs ist als alle anderen vor ihm. DIE LINKE unterstütze die Forderung nach einem unumkehrbaren Ausstieg aus der Atomenergie genauso wie die nach einem endgültigen Aus für ein Endlager in Gorleben. Das Verfahren für den Umgang bzw. die Aufbewahrung von Atommüll müsse völlig neu begonnen werden. „Zuerst müssen alle Fehler und Manipulationen schonungslos auf den öffentlichen Tisch. Anschließend müssen alle, die an diesen Fehlern beteiligt waren, aus dem weiteren Verfahren abgezogen werden. Salz muss als ungeeignetes Lagermedium ausscheiden. Und dann beginnt die öffentliche nationale Debatte – alles andere ist Pfusch“, so Herzog.

 

 
18. November 2011   Themen - Atom und Energie

DIE LINKE: Castor-Camp-Verbot durch Behörden nicht hinnehmbar – Angriff auf Gemeinnützigkeit soll BI finanziell austrocknen

Die Linksfraktion im Niedersächsischen Landtag kritisierte heute den Versuch der Genehmigungsbehörden das geplante Castor-Camp in Dumsdorf (Kreis Lüneburg) zu verbieten. „Die Vorverurteilungen und Unterstellungen gegenüber möglichen Campteilnehmern sind unglaublich. Sie werden grundsätzlich alle zu Straftätern abgestempelt. Die Entfernung des Camps von 1 km bis zur Bahnstrecke reicht der Polizei nicht aus, sie fordert 4 km und zudem freie Sicht, d.h. keinen Wald in Richtung Schiene, um auch Demonstranten gut verfolgen zu können. Die Auflagen vermitteln den Eindruck, die Teilnehmer von Protestaktionen sollen in einem Zoo gehalten werden“ sagte Kurt Herzog, der umweltpolitische Sprecher der Fraktion.

Er wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass die Behörden am Samstag in einer so genannten Allgemeinverfügung lediglich in einem Korridor von 50 m beiderseits der Bahnstrecke Versammlungen verboten habe. „Die Ausschaltung der Grundrechte durch diese Verfügung ist schon schlimm genug. Es zeigt sich aber, dass die Einschränkungen und Verbote weit darüber hinaus gehen sollen.“

Weiterhin unfassbar sei die Auflage der Behörden, dass die Anmelderin des Camps, die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke (DIE LINKE), sich von Straftaten und insbesondere der Aktion „Castor? Schottern“ öffentlich distanzieren müsse. Zudem solle sie einen Ordnerdienst stellen, der Straftaten verhindern solle. Damit solle jeder, der ein Camp anmelde, quasi zu einer Art Hilfspolizei gemacht werden, so Herzog.

In den gleichen Kontext fiele auch der Versuch des Finanzamtes der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg wieder einmal die Gemeinnützigkeit entziehen zu wollen. „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind, der Castor und der Angriff auf die Gemeinnützigkeit der BI“, monierte Herzog, „und jedes Mal ist das Finanzamt damit gescheitert. Demonstranten, Bis und Bauern sollen durch alle diese Maßnahmen schon im Vorfeld des Castortransports massiv eingeschüchtert werden, aber das wird nicht gelingen, weil es viel zu durchschaubar ist.“

 

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Gutachten zu Gorleben

Der Skandal um die Asse hat die atomare Endlagerung im Medium Salz wieder zum Streitpunkt in der Öffentlichkeit gemacht - und damit auch das Endlager für hochradioaktive Abfälle im Salzstock Gorleben erneut zur Disposition gestellt. Der Diplom-Geologe Ulrich Schneider hat den Gorlebener Salzstock im Auftrag der Landtagsfraktion DIE LINKE wissenschaftlich neu bewertet.

Warum Gorleben zu ähnlichen Probleme führt wie die Asse, und warum es als Endlager nicht geeignet ist, das lesen Sie in dieser Broschüre.

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