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Unser Wahlprogramm für die Kommunalwahl am 13.09.2026

Wendland für alle: solidarisch, gerecht und weltoffen

KV Lüchow-Dannenberg

Vorwort

Alle spüren wir es, wie die Welt sich schneller dreht und sich unsicherer anfühlt. Kriege, Krisen, die fragwürdigen Auswirkungen der künstlichen Intelligenz, die Digitalisierung, die viele Menschen zurück lässt, Störungen als Dauerzustand, die Wirtschaft lahmt, die Erderwärmung wird schlimmer, die Gesellschaft spaltet sich in immer mehr Reiche und Arme, was gestern sicher war, ist morgen unsicher.

Viele glauben nicht mehr an Lösungen durch die Politik. Es fehlt an Orientierung, es fehlt an Vorbildern, es fehlt der Optimismus, es fehlen die Ideen und die guten Vorstellungen. Und vielen macht das Angst.

Dass auch noch die demokratische Gegenwehr in Gefahr ist, macht es nicht besser. Eine Woche vor unserer Kommunalwahl sind Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und eine Woche danach die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. In beiden Ländern droht eine AFD-Regierung. Also im Norden und Süden von unserem Landkreis.
Wir als Linke sehen die Welt natürlich auch in ihren vielfältigen Spannungen und Konflikten. Und die Veränderungen machen sich auch bei uns bemerkbar. Bei allen von uns.

Aber zum Glück wohnen wir in Lüchow-Dannenberg! Zumindest hier gestalten wir als Bevölkerung noch selbst. Hier im ländlichen Raum gibt es noch ausreichend Platz für eigene Ideen. Die Politik machen Menschen von hier. Unsere Räte und Gemeindevertretungen setzen die Ziele und suchen nach Wegen für unseren Landkreis.
Aber die sind wegen der vielen Parteien sehr unterschiedlich! Und die AFD ist noch nicht so stark wie anderswo. Für diese Wahl zeigen wir uns als linke Partei mit einer bunten Gruppe engagierter Menschen, größer und vielfältiger als je zuvor. Viele von uns haben noch wenig Erfahrung in kommunalen Parlamenten und sind neu dabei. Wir wissen aber, warum und wofür wir uns einsetzen, auch weil viele von uns Eltern sind, die sich für die Zukunft unserer Kinder stark machen.


Wie wir uns als Partei die Linke die Zukunft für Lüchow-Dannenberg vorstellen, lest ihr hier in unserem Wahlprogramm.


Wir stehen ein für ein gutes Leben für alle Menschen in Lüchow-Dannenberg und darüber hinaus. Wir gestalten unseren Landkreis als solidarische Region, schützen aktiv Menschenrechte und stehen auf für Demokratie und gegen Rechtsextremismus. Deshalb
berücksichtigen wir Gleichstellung und den Schutz vor Diskriminierung in allen Bereichen
der Kommunalpolitik. Wir machen Angebote besonders für junge Menschen, die Lust darauf machen, im Wendland zu bleiben. Wir stärken uns und unsere Infrastruktur, fördern eine gemeinwohlorientierte Wirtschaft mit guten Arbeits- und Ausbildungsbedingungen.
Gemeinsam gestalten wir die Energiewende vor Ort.


Unsere Ziele:
•Offene, tolerante und unterstützende Gemeinden mit echter Teilhabe und
Gleichberechtigung.
•Perspektiven und bereichernde Angebote für unsere Kinder und Jugend.
•Gute und bezahlbare Versorgung, Mobilität, Wohnraum und erneuerbare Energie für
alle.
•Eine funktionierende Gesundheitsversorgung vor Ort, die Fachkräfte wertschätzt und
hält.
•Schutz für unsere Natur und Verwirklichung der Energiewende.
•Eine gemeinwohlorientierte, zirkuläre und rentable Wirtschaft, die den Landkreis als
Pionierregion stärkt.
•Starke Demokratie, Antifaschismus, Frieden und Schutz vor Rechtsextremismus,
Ausgrenzung und Diskriminierung– damit alle hier sicher leben können!


Gemeinsam bauen wir einen Landkreis auf, in dem niemand zurückbleibt,
Solidarität selbstverständlich ist und wir gemeinsam gern leben!

 


Kinder, Jugend & Kultur


Unser Landkreis überaltert, weil junge Menschen häufig nach der Schule den Landkreis verlassen und zu selten wiederkommen. Chancen und Angebote sind viel zu häufig abhängig vom Geldbeutel, Bildungsweg und der Herkunft der Eltern. Wir begreifen die Jugend als wichtige Kraft für die Zukunft des Wendlands und müssen attraktive Angebote schaffen, damit Jugendliche gleiche Chancen haben, gern im Landkreis leben und auch nach der Schule bleiben oder (wieder) herziehen.
Wir setzen uns für das lebendige Vereinsleben und eine reichhaltige Kulturszene im Landkreis ein.


Und wir setzen uns ein für:
 Kostenlose Mittagessen an allen Schulen und KiTas.
 Orte für die Jugend schützen und neue Orte schaffen: Spielplätze, Skateparks, Fitness-Parks, Jugend- und Kulturzentren, Clubs
 Verlässliche öffentliche Mobilität für alle - auch ohne Führerschein (siehe Mobilität)
 Förderung von Musik, Kunst und Sportvereinen
 Eine Stärkung der BBS und eine Hochschule im Landkreis, zum Beispiel für Medizin
und Pflegeberufe
 Mitbestimmungsformate mit echten Entscheidungen für junge Menschen fördern (z.B. Jugendparlament)

 

Wohnen & Mobilität


Wir sorgen für bezahlbaren Wohnraum für Menschen und lehnen Spekulation mit Wohnraum ab . Dafür fördern wir kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsbau und nutzen Leerstand für Soziales.
Mobilität sollte keine Frage des Geldbeutels sein und auch ohne Führerschein müssen Menschen verlässlich von A nach B kommen, etwa mit dem Rad, mit dem Bus oder mit der Bahn. Dafür schaffen wir die Grundlagen.


Wir setzen uns ein für:
 Einen Mietenspiegel und eine Mietpreisbremse auf lokaler Ebene
 Gemeindeland vorzugsweise an gemeinwohlorientierte Träger und für sozialen
Wohnungsbau vergeben
 Die historische Bausubstanz im Wendland durch einen sozial und ökologisch orientierten Denkmalschutz nutzen
 Den Erhalt und Ausbau der Buslinien
 Erhalt, Ausbau und Reaktivierung von regionalen Bahnstrecken
 funktionierende On-Demand- und Mitfahr-Systeme für kleine Orte und den späten Abend
 Nulltarif im ÖPNV für Schüler*innen, Azubis, Rentner*Innen und
Sozialleistungsempfänger*innen – und langfristig für alle!
 Tempo 30 in allen Dörfern und Wohngebieten, in der Nähe von Schulen und KiTas – Tempo 80 auf Kreisstraßen – insbesondere dort, wo es keine Fahrradwege gibt – für ein freundliches und sicheres Miteinander aller Verkehrsteilnehmer*innen
 Ausbau der Radinfrastruktur
 Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos

 


Demokratie, Willkommenskultur & Antifaschismus


Demokratie ist das Versprechen, dass ALLE Menschen, egal ob arm oder reich, egal wen sie lieben und egal wo sie herkommen, Teil der Gesellschaft sind und gleichberechtigt mitentscheiden dürfen. Leider wird dieses Versprechen nur zum Teil eingelöst. Wir wollen in unserem Landkreis eine Vorreiterrolle einnehmen und unsere Demokratie ausbauen und stärken. Sie soll einladend und gerecht für alle sein. Gleichzeitig wollen wir die Demokratie gegen Angriffe von Rechts verteidigen. Wir sorgen für die Teilhabe aller Menschen durch mehr Bürger*Innenbeteiligung. 
Wir möchten nicht nur gewählt werden und Politik von oben herab machen, sondern gemeinsam mit möglichst vielen Menschen diesen Landkreis gestalten. Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund sehen wir nicht als Bedrohung oder „Problem im Stadtbild“, sondern heißen sie als neue Nachbar*innen und potentielle Freund*innen willkommen. Wir freuen uns, dass der Landkreis Zuwachs erhält. Deshalb fördern wir Integration, statt sie durch Sammelunterkünfte weitab der Städte unmöglich zu machen.

Konkret bedeutet das:
 Wir treten klar gegen jede Art von Rechtsextremismus und Diskriminierung ein und arbeiten niemals mit Rechtsextremen zusammen
 Stärkung demokratischer Bildung und Mitbestimmung an Schulen und in Vereinen, Schutz von demokratischen Förderprogrammen
 Sozialen und günstigen Wohnraum für alle fördern, Sammelunterbringung von Geflüchteten abschaffen
 Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten für Geflüchtete fördern und ausbauen
 zivilgesellschaftliche und ehrenamtliche Unterstützungsleistungen wie Deutschkurse und Migrationsberatung stärken und fördern
 Unterstützung der Initiative „Solidarischer Landkreis“ und „sicheren Häfen“ für geflüchtete und verfolgte Menschen – keine Abschiebung aus dem Landkreis
 Förderung des gesellschaftlichen Austausches für gegenseitiges Verständnis und Vielfalt
 Bezahlkarte abschaffen!

 


Wirtschaft & Ökologie


Durch den Widerstand gegen die Atomkraft und das Engagement vieler Bürger*Innen wurde unser Landkreis einst zum Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien und gemeinwohlorientierte Wirtschaft. Auch die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Umwelt- sowie Klimaaktivist*Innen hat Tradition. Auf diese Stärken wollen wir bauen und gemeinsam eine Wirtschaft gestalten, die den Menschen im Landkreis dient und eine lebenswerte Zukunft für alle schafft, mit grünen Wäldern und Wiesen und einem intakten Klima.


Wir setzen uns ein für:
 Stärkung demokratischer Unternehmensformen (z.B. Genossenschaften und Solawis)
 Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten inkl. Handwerk und bäuerlicher Landwirtschaft sowie ökologischer Landwirtschaft
 Stärkung von Energiegenossenschaften und Mitbestimmung bei der Energiewende statt Profit für Großkonzerne
 Ökologische Klimaanpassungsmaßnahmen entwickeln
 Hitzeschutzpläne für alle Gemeinden und bessere Anpassung an
Extremwetterereignisse
 Förderprogramme für Balkonkraftwerke und kleine Stromspeicher
 Unterstützung von Betrieben bei der Umstellung auf zukunftsfähige
Geschäftsbereiche, z.B. ökologische Landwirtschaft
 Nachhaltiges Wassermanagement, Flächenentsiegelung und Moor-Renaturierung
 Photovoltaik auf allen öffentlichen Gebäuden
 Förderung des nachhaltigen Tourismus
 Öffentliche Aufträge nur an Unternehmen, die Tariflöhne zahlen

 


Gesundheit & Daseinsvorsorge


Für uns darf Gesundheit keine Ware sein. Krankenhäuser sollten die Patient*Innen, nicht die Investor*Innen in den Mittelpunkt stellen. Im ländlichen Raum setzen wir auf kommunal geführte Praxen statt Rendite-Modelle – damit Ärzt*innen hier sicher arbeiten können und Medizin nicht am Profitzwang scheitert. Nur so sichern wir langfristig die medizinische Versorgung vor Ort und wertschätzen die Fachkräfte, die unsere Gesundheit erhalten.


Wir setzen uns ein für:
 Krankenhaus und Ärzt*innen sowie Psychotherapeut*innen bleiben im Landkreis. Die Versorgung wird ausgebaut, nicht gekürzt.
 Wir stärken das Bündnis “Unsere Gesundheit – unser Krankenhaus” und beantragen, das Krankenhaus wieder in öffentliche Hand zu bringen.
 Wir fordern die Tarifbindung für alle medizinischen- und Pflege-Einrichtungen
 Wir fordern regionale Gesundheitsversorgung wie Polikliniken und regionale Versorgungszentren in kommunaler Trägerschaft
 Der medizinische Nachwuchs wird gefördert, Landärzteprogramme werden für den Landkreis geschaffen(siehe Jugend & Perspektiven)

 


Gleichberechtigung & Schutz vor Diskriminierung


 Abbau von Barrieren und mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderung
 Stärkung von Frauenhäusern und Beratungsstellen gegen Gewalt
 Stärkung queerer Beratungsstellen und Schutzräume
 Förderung von Gewaltpräventionsangeboten

 


Und vieles mehr...


Wir alle haben Themen, die uns besonders bewegen. Deshalb möchten wir
miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam die Zukunft gestalten, statt Politik von oben herab zu machen. 
Weitere Themen, für die wir uns einsetzen, sind:
 Bibliotheken besser ausstatten
 Schwimmbäder erhalten und stärken, Schwimmunterricht fördern
 Kostenloses WLAN in öffentlichen Einrichtungen
 Stärkung von Open Source und digitaler Unabhängigkeit in der Verwaltung

 

Zu guter Letzt:


Der Kampf um bessere Lebensbedingungen vor Ort scheitert immer wieder
daran, dass die Kommunen überschuldet sind und viele gute Ideen in den
Schubladen der Verwaltung verschwinden, weil das Geld zur Umsetzung fehlt.
Auch wir werden das nicht schnell ändern können. Denn das liegt nicht in den Händen der Kommunen. Aber das heißt nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen. Für Vieles gibt es Wege und Möglichkeiten und versprochen, wir werden kreativ sein und einiges ausprobieren, und wenn es selbst die Hand anlegen bedeutet, mit euch zusammen.
Die Misere mit dem Geld war aber nicht immer so: Das Geld fehlt, seit auf
Bundesebene die Vermögensteuer ausgesetzt wurde und die Erbschaftsteuer so viele Schlupflöcher bekommen hat, dass sie nur noch für Menschen gilt, die sich keine Steuerberatung und Anwälte leisten können.
Deshalb setzen wir uns gemeinsam mit Bundespolitiker*Innen für gerechte
Erbschaftsteuern und die Wiedereinführung der Vermögensteuer ein – damit Reiche wieder ihren Anteil an der Gesellschaft zahlen, die sie erst reich gemacht hat.
Alle unsere Projekte schaffen wir aber nicht alleine. Wir brauchen dich und euch!
Bei der Wahl am 13. September und überhaupt setze dich auch selbst
für Solidarität, Gerechtigkeit und Weltoffenheit ein!

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